Ich wünschte mir ebenfalls mehr Flexibilität bei der “Fahrplanung”. Aktuell wird die Verbindung mit der spätestmöglichen Abfahrt angezeigt. Das ist als Standard gut, schliesslich will man möglichst spät von zu Hause weg. Aber wenn man nach Hause fährt, ist einem ein Aufenthalt an einem Bahnhof allenfalls lieber als an einer Tramhaltestelle.
Ein Beispiel: Ich habe den Zoo Zürich besucht und stehe um 14:45 Uhr an der Tramhaltestelle. Mein Ziel ist Oberrieden. Angezeigt wird das Tram mit Abfahrt 15:12, mit dem ich es auf den Zug mit Abfahrt 15:37 schaffe. Ich stehe 27 Minuten an der Tramhaltestelle und habe in Zürich 8 Minuten Aufenthalt.
In diesem Fall lieber wäre mir das Tram 14:49, dann wäre ich 15:07 am HB und hätte eine halbe Stunde Zeit, um gemütlich etwas zu trinken in einem Restaurant.
Oder aber, und diese Möglichkeit wird auch nicht angezeigt (man kann Umsteigezeiten nur verlängern, nicht verkürzen), ich könnte mich beeilen und den Zug um 15:12 erwischen. Die 5 Minuten liegen zwar unterhalb der berechneten Umsteigezeit von 7 Minuten. Aber berechnet wird bis Mitte Gleis, obwohl die Züge bis an die Puffer fahren. Das wäre wohl gut zu schaffen.
Das Beispiel ist nicht ideal, da beim Zoo nur ein Tram fährt und man natürlich auch einfach das nächste nehmen kann, das kommt. (Wobei man für dieses unter Umständen kein Billett lösen kann, da man für vergangene Verbindungen keine Billette mehr kaufen kann.)
Mir geht es hie und da so, dass ich von einem Termin komme und ein Ziel habe, das nicht im Fünf-Minuten-Takt erschlossen ist. Dann bin ich froh, wenn ich den Aufenthalt an einem grösseren Bahnhof verbringen kann und nicht an der Bushaltestelle.
Mein Wunsch wäre eine flexible Routenplanung. Man könnte die Bahnhöfe nach Aufenthaltsqualität gewichten und längere Aufenthalte auf Zwischenstationen mit einem guten Angebot an Restaurants, Läden etc. legen. Auch der touristische Wert einer Strecke sollte berücksichtigt werden können. Von Bern nach Luzern fährt man als Pendler auf der Mittellandlinie, als Ausflügler mit etwas Zeit aber durchs Entlebuch oder mit noch mehr Zeit über den Brünig.
Dank der IT könnten heute viel mehr Varianten durchgerechnet werden, als dies zu Zeiten des Kursbuchs möglich war. Es wäre schön, wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft werden könnten.
Falls die Geschäftsleitung kein Budget sprechen will: Mehr Aufenthalte tagsüber an Bahnhöfen könnten sich positiv auf die Mietpreise auswirken und Schweiz Tourismus wird sicher noch ein Kässeli haben für schöne Bahnstrecken. 😀 Das Marketing dürfte in der Pressemitteilung “KI” und “nachhaltig” erwähnen, da kann niemand dagegen sein. 😁