Vermutlich ist es so, dass die „relativ“ kleinen Probleme, die der Fahrkomfort des FV-Dosto mit sich bringt in krassem Gegensatz zum hohen Anforderungsprofil des SBB-Kunden stehen. Dabei wird die relative Machbarkeit völlig ausgeblendet. Keiner schafft den Stundentakt zwischen den Zentren ohne Neigetechnik, auch Stadler nicht, der noch nie einen Neigezug gebaut hat. Neigetechnik ist mit Fliehkräften verbunden, damit mit Laufunruhe. Mich stören z.B. mehr die Schläge der Luftkappen, die Druckdichtigkeit bewirken, bessere Lösungen existieren nicht. Die Alternative lautet also: Druck im Ohr oder Schlaggeräusch, was ist dir lieber? Schade ist, dass die SBB in Sachen WAKO einfach den Bettel hingeworfen haben, statt die Lösung zusammen mit dem Hersteller kontinuierlich zu verbessern. Die genauen Gründe sind nicht bekannt, Vergleichsmessungen zu anderen Doppelsteckern bei gleichen Bedingungen (Belegung, Trassen, Geschwindigkeit) fehlen, millionenschwere Investitionen in die bogenschnellen Trassen konnten eingespart werden, auch Vorbehalte bei den WAKO-Wartungskosten könnten eine Rolle gespielt haben. Der Nullentscheid hat also auch andere Gründe als der Fahrkomfort. WAKO funktioniert, wenngleich in unserem kurvigen Land Zeitersparnis vermutlich nur mit weniger Fahrkomfort erkauft werden kann. Es wäre also an der Zeit, weniger stiefmütterlich mit diesem schönsten Zug der SBB umzugehen und ihn so zu nehmen, wie er ist.