Auf den Linien der S-Bahn Basel (S1 und S3) herrscht schon lange ein Manko an genügend Sitzplätzen. Nicht nur zu Stosszeiten, auch zu Randzeiten sitzt man meist zu Viert im Abteil. Dies sollte meiner Meinung nach ein Weckruf für die Planung sein, dass die Flirt-Züge zu kurz sind und zu wenig Sitzplätze anbieten. Nun sollen die neuen Flirt-Evo-Züge die Flirts 521 ab 2026 ersetzen… und sind genau gleich lang und bieten ungefähr die gleiche Anzahl Sitzplätze pro Einheit an… Wo ist jetzt genau die “Evolution”? Man hätte sechsteilige statt vierteilige Flirts für die S-Bahn Basel bestellen müssen, um immerhin auch zu Randzeiten mehr Sitzplätze anbieten zu können. Wenn man zwei sechsteilige Flirts zusammenkoppelt, kommen diese auch auf ca. 225 Meter, wie aktuell, wenn man 3 x vierteilige Flirts zusammenkoppelt.
Des Weiteren werden die Evos auch alle Domino-Züge, die meist im Kanton Aargau eingesetzt werden, ersetzen. So werden also auf allen Linien im Aargau, wo aktuell noch vierteilige 100 m Dominos fahren, 100 Sitzplätze abgezogen, da die Evos nur 75 m lang sind und eben 100 Sitzplätze weniger verfügen als die vierteiligen Dominos. So geht also bspw. der Platzmangel auf der S29 Sursee-Olten-Turgi wieder von vorne los. Auch hier die Frage: Wo ist die “Evolution”?
Dieses Jahr wurde die S23 Langenthal-Baden durch Flirts ersetzt - meiner Meinung nach ebenso ein Fehler. So werden bereits bei dieser Linie 100 Sitzplätze weniger angeboten, als es noch mit den vierteiligen Dominos der Fall war… Und das alles nur für den Halt in Dulliken?! Und dann werden die meisten Umläufe nur einzeln geführt, aufgrund “Fahrzeugmangel”…
Zusammengefasst: Die neuen Evos sind lediglich neue Flirts, die exakt dieselbe Anzahl Sitzplätze (oder weniger) anbieten. Man hat also lediglich eine technische “Evolution” aber der Kundenkomfort wird ausser Acht gelassen. Ich bin wirklich enttäuscht und sehe jetzt schon, dass dieser Kauf wie die Twindexx ein Fehlkauf sein wird…