Ich habe ein Ticket für die Strecke Bern–Solothurn gekauft. Aufgrund meiner Visusminderung habe ich mich bei den Zeilen vertan und anstatt für 13:50 Uhr ein Ticket für 14:35 Uhr gekauft. Während der Kontrolle wurde mein Ticket nicht gescannt; der Kontrolleur wies mich lediglich an den Schalter, erwähnte jedoch nicht, dass ich eine Busse erhalten würde.
Am Schalter hieß es, man sei nicht zuständig und ich würde eine E-Mail erhalten – auch davon wusste ich nichts. Am Telefon wurde mir dann erklärt, dass ich, da ich bisher keine Busse erhalten habe, nur CHF 30.– zahlen müsse. Sollte ich in den nächsten zwei Jahren nochmals ohne gültiges Ticket fahren, würde die Busse erhöht. Dabei bin ich nicht schwarzgefahren – ich hatte ein Ticket gekauft.
Es wurde behauptet, ich hätte das Ticket missbräuchlich verwendet. Aber wie soll das möglich sein? Ich kam um 14:30 Uhr in Solothurn an – wie hätte ich gleichzeitig um 14:35 Uhr in Bern losfahren können? Es liegt offensichtlich ein Irrtum vor. Ich habe sogar angeboten, eine ärztliche Bestätigung meiner Sehbeeinträchtigung vorzulegen – dies wurde jedoch abgelehnt. Ich soll die CHF 30.– akzeptieren, weil die SBB in diesem Fall angeblich kulant sei. In den nächsten zwei Jahre erhöhte Strafe bezahlen, wenn es mit meinem Ticket etwas nicht in Ordnung wäre. Ist das wirklich fair?