Guten Tag
Zugfahren kann sehr belastend sein, wenn man sich ständig unwohl fühlt oder befürchten muss, von fremden Personen angesprochen oder belästigt zu werden. Dein Wunsch nach mehr Schutz ist absolut nachvollziehbar. Die SBB macht schon viel und bietet einige Möglichkeiten. Im akuten Notfall hilft die Transportpolizei, zu erreichen unter 0800 117 117. Oder falls vorhanden weiteres Bahnpersonal. Ausserdem gibt es zum Teil Notfallknöpfe (rote Knöpfe) im Eingangsbereich. Grundsätzlich empfiehlt es sich auch den Platz und/oder Wagen zu wechseln, wenn man sich nicht wohlfühlt und es keine andere Möglichkeit gibt. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass du z.B. mit einer Freundin telefonierst (wobei stundenlanges telefonieren im Zug auch störend wahrgenommen werden kann) während der Zeit wo du dich unwohl fühlst, sodass du jemanden hast der dich unterstützt. Ich selbst bin ein Mann und auch ich fahre z.B. am Wochenende und/oder in der Nacht gewisse Strecken nicht gerne bzw. mit einem mulmigen Gefühl, das ist aber auch an gewissen Plätzen in der Stadt so oder wenn ich zu Fuss unterwegs bin und deshalb kein SBB spezifisches Problem sondern ein Gesellschaftsproblem.
Der Wunsch nach geschützten Bereichen ist verständlich. Jedoch werden damit Vorurteile geschürt, nicht alle Männer sind böse. Ein explizites Frauenabteil oder für “anständige” Menschen (was ist anständig?) birgt daher nicht nur die Gefahr der Stigmatisierung, sondern ist auch schwierig durchzusetzen und am Schluss nicht zielführend, denn es gibt auch Frauen die sich nicht benehmen können, laut sind, gewisse Substanzen konsumiert haben etc.
Der Gedanke, arbeitslose Menschen als Sicherheitspersonal einzusetzen, ist interessant. Mehr sichtbare Präsenz könnte tatsächlich das Sicherheitsgefühl stärken. Gleichzeitig müsste das professionell geschult werden, damit es wirklich hilfreich ist. Denn ansonsten bringt das nicht viel und die Menschen begeben sich auch in Gefahr. Von daher darfst du auf die professionell ausgebildeten (und von der SBB angestellten/bezahlten) Sicherheitskräften zählen.