Hallo ChristianR Danke für die ausführliche Erklärung. Genau der Punkt mit den bestehenden Entlastungszügen bringt mich zu einer etwas anderen Idee.
Mir geht es gar nicht primär darum, einfach noch mehr Züge auf die Strecke zu bringen. Wenn das Netz während der Stosszeiten bereits an der Kapazitätsgrenze ist, wäre dies vermutlich tatsächlich schwierig.
Ich frage mich eher, ob man die bestehenden Entlastungszüge anders positionieren bzw. ein anderes Konzept für die absoluten Nachfragespitzen umsetzen könnte.
Beispielsweise sieht man bei den Verbindungen Zürich–Bern, dass ein Entlastungs-IC teilweise vor dem stark ausgelasteten Stammzug IC fährt. Für jemanden, der zu dieser Zeit in Zürich ankommt von Luzern, Schaffhausen ist dies natürlich nicht sehr praktisch, da er ja auf genau diese Verbindung angewiesen ist, bringt der Entlastungszug deshalb nicht unbedingt viel wenn er vor Ankunft losfährt. insbesondere wenn der nächste Stammzug danach trotzdem überfüllt ist und man sonst mindestens 30min warten muss auf die nächste Verbindung.
Meine Idee wäre deshalb ein „Peak-Follow-Up“:
Wenn beispielsweise der IC um 07:01 nachweislich regelmässig extrem ausgelastet ist, könnte man prüfen, ob eine zusätzliche Verbindung möglichst kurz nach diesem Zug verkehren kann und nicht wie jetzt davor. Nicht zwingend 2–3 Minuten, sondern mit dem betrieblich maximal möglichen kurzen Abstand.
Also vereinfacht:
Heute:
06:49 Entlastungs-IC → 07:01 IC → danach wieder längere Abstände
Alternative:
07:01 stark ausgelasteter IC → wenige Minuten später zusätzlicher Peak-Zug Entlasstungszug
Der zusätzliche Zug müsste dabei auch nicht zwingend in das normale Bahn-2000-Knotensystem integriert werden. Er könnte gezielt als Spitzenverkehrs-Verstärker dienen, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die extreme Auslastung einer einzelnen Verbindung abzufangen.
Zusätzlich könnte man natürlich die bereits vorhandenen IR16/IR35 stärker einbeziehen und über die App gezielt Reisende auf diese Verbindungen verteilen, wenn dort noch Kapazität vorhanden ist. Oder Tickets für solche Strecken günstiger machen und mehr bewerben, damit man die Touristen, Rentner und andere die es nicht eilig haben aus den Peak entfernen kann.
Für mich wäre deshalb die interessante Frage:
Könnte man anhand der tatsächlichen Auslastungsdaten identifizieren, welche 5–10 Verbindungen morgens die grössten Spitzen verursachen, und anschliessend prüfen, ob man genau hinter diesen Zügen zusätzliche Kapazität bereitstellen kann und nicht wie jetzt davor?
Damit würde man nicht den gesamten Fahrplan verändern oder das Bahn-2000-System infrage stellen, sondern lediglich eine zusätzliche „Peak-Kapazitätsschicht“ für die wenigen extremen Belastungsspitzen schaffen.
Und langfristig ist der geplante Viertelstundentakt natürlich die strukturelle Lösung. Mich würde aber interessieren, ob es bis dahin Möglichkeiten für solche gezielten Peak-Follow-Up-Verbindungen gibt und man das jetzige Konzept überdenkt.