Da ich schon öfters in Genf Cornavin Richtung Frankreich umgstiegen bin, rate ich sehr zu mindestens einer halben Stunde Umsteigezeit. Der Grund ist, genau genommen, historisch begründet.
Aufgrund des anderen Stromsystems der französischen Bahn können deren Züge nur an den Gleise 7 & 8 halten, welche ein gemeinsames Perron haben. Doch man gelangt nur von der Unterführung Seite Lausanne darauf. Von der anderen Unterführung kommt man nicht auf dieses Perron. Das kommt daher, weil die Infrastruktur des Bahnhofs noch aus der Zeit vor Schengen, als die Grenzen noch geschlossen waren, stammt. In diesem einzigen Zugang wurden damals die Zollkontrollen durchgeführt. Es gibt darum auch absichtlich eine Verengung, wo nur eine Person durchkommt, damit auch ja niemand einfach durchschlüpfen kann. Das ist bis heute so geblieben, und darum bildet sich vor diesem (gewollten) Nadelöhr oft eine lange Schlange.
Es lohnt sich ausserdem kurz vor der Reise die aktuelle Sicherheitslage in Frankreich anzuschauen. Ist die Terrorwarnstufe hoch, bspw. vor und während sportlichen Grossanlässen, heben die französischen Sicherheitskräfte das Schengener Abkommen de facto auf. Dann stehen in der ehemaligen Zollstation die Grenzwächter und filzen im schlimmsten Fall jeden (ja jeden!) der dort durch will. Wollen sie dann auch noch ins Gepäck schauen, kann sich jeder selber ausdenken, was das für die Umsteigezeit bedeutet.