Die Velo-Reservation ist grundsätzlich disfunktional. Fünf Mängel in Kürze:
1. Da stehe ich auf dem Bahnhof Lugano, der Zug fährt in 5 Minuten ab. Eine Velo-Reservation ist weder in Smartphone-App noch in SBB-Browser-App möglich. Der Benutzer wird angesichts der geringen, zur Verfügung stehenden Zeit auf die Seite sbb.ch/velo-reservation verwiesen (nicht verlinkt!), was angesichts eines Smartphone-Interfaces schon einmal eine Zumutung ist.
2. Immerhin hatten wir Glück: 10 Minuten **nach** Abfahrt des Zuges, unsere Räder haben wir einfach mal in den Zug mitgenommen, konnte ich auf sbb.ch/velo-reservation doch noch reservieren. Zufälligerweise waren es die benutzten Plätze.
3. Die Velo-Reservation in der App geht auch nicht in einem Schritt zusammen mit dem Fahrkartenkauf. Es wäre ja einfach nur ein Häkchen zu setzen. Die Benutzerführung, neudeutsch User Experience, ist eine Katastrophe.
4. Der Super-GAU ist, eine Fahrkarte mit Velo-Reservation im “internationalen Verkehr” buchen zu wollen, also z.B. Freiburg im Breisgau - Luzern. Das ist nicht nur eine Katastrophe, das geht gar nicht. Selbst die Fahrkarte gibt es nicht (mehr) elektronisch. Also zurück zum guten alten Papier.
5. Um Fahrkarte und Velo-Reservation zu erstehen, muss man sich nun tatsächlich im Warteraum vor dem Schalter die Zeit um die Ohren schlagen. Das ist wirklich unterirdisch.