Ihr habt beide recht. 🙂
Ex-Bähnler argumentiert aus Sicht der geltenden Regeln. Der Fall ist klar: Online Tickets müssen als QR-Code vorgewiesen werden, entweder auf dem Smartphone oder als Ausdruck. Die Verantwortung dafür liegt beim Kunden.
@Launioflioch80 argumentiert aus Sicht des Kunden. CHF 30 bezahlen zu müssen, obwohl man ein gültiges Billett gelöst hat, nur weil das Smartphone den Dienst quittiert, ist unschön. Auf Seite der SBB kann man argumentieren, der Kunde müsse sein Billett halt am Automaten lösen, wenn er seinem Smartphone nicht traue. Dazu möchte ich einwenden, dass es die SBB ist, welche die Kunden zum Kauf per Smartphone drängt. Sei es durch Abbau von Schaltern und Automaten oder sei es durch Angebote, die es nur elektronisch gibt. Am Automaten gibt es zum Beispiel keine Sparbillette.
Ich finde Online Tickets auch eine gute Sache, aber ich wünschte mir mehr Kundenfreundlichkeit.
Damit zum Argument “der SwissPass ist das Billett”: Wenn man beim Billett-Kauf den SwissPass verknüpft, ist dieser im Ticket integriert. Man muss nur den QR-Code vorzeigen und kann den SwissPass mit dem Halbtax in der Tasche lassen. Die Verknüpfung besteht aber technisch logischerweise auch in die andere Richtung: Die SBB sieht, welche Billette der Inhaber eines SwissPass gekauft hat. Aktuell ist es technisch nur nicht umgesetzt, dass die Zugbegleiter die Billette auf ihren Geräten sehen. Aber es wäre möglich. Bei den Ausflugstagen ist ebenfalls der SwissPass das Billett und Skipässe etc. lädt man auch darauf.
“Billette auf dem SwissPass” ist übrigens ein Wunsch, welcher schon seit Jahren immer wieder geäussert wird. In Anbetracht der Tatsache, dass diese kundenfreundliche Funktion nicht umgesetzt wird, die SBB sich aber stattdessen für Neuigkeiten mit beschränktem Kundennutzen (“schönere EasyRide-Animation in der App”) rühmt, darf man die CHF 30 für nicht sehr kundenfreundlich halten. Auch wenn es tariflich korrekt ist, dass sie erhoben werden.
Deshalb möchte ich die SBB bitten, “Billette auf dem SwissPass” umzusetzen. Nicht nur, um Ärger bei leerem Smartphone-Akku zu verhindern, sondern auch, um den Komfort zu steigern. Ich habe ältere Leute im Bekanntenkreis, die einen SwissPass haben, aber sich mit dem Smartphone nicht wohl fühlen. Es wäre schön, wenn ich ihnen für einen Ausflug die Billette mit ihrem Konto kaufen könnte und sie diese dann mittels SwissPass vorzeigen könnten.