Du sprichst zwei Probleme an:
1.) Dass man während der Fahrt des Zuges Plätze reservieren kann, die schon besetzt sind.
2.) Dass man in solchen Situationen Vertrauen in andere Leute haben muss, da man keine Möglichkeit hat, die Reservation zu prüfen.
Nummer 2 ist eine Sache der persönlichen Einstellung. Die Mehrheit der Leute bringt auch fremden Leuten ein Mindestmass an Vertrauen entgegen und vermutet nicht überall Betrug. Wäre es anders, würde unsere Gesellschaft nicht gut funktionieren. Es ist möglich, dass Du einen Betrüger weggewiesen hast. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass Du einem zahlenden Kunden seinen rechtmässigen Anspruch auf den Sitzplatz verwehrt hast.
Nummer 1 liesse sich technisch lösen. Ein Sensor im Sitz könnte melden, ob dieser belegt ist. Für belegte Sitze würde keine Reservation verkauft. Ausserdem könnte man Reservationen verfallen lassen, wenn ein reservierter Sitz bis zu einer gewissen Zeit nach Abfahrt nicht belegt wird. Ein Sitz, der von Lugano nach Zürich reserviert ist, aber der Passagier den Zug verpasst hat, stünde so in Bellinzona wieder zur Verfügung. Wir dürfen uns sicher in Zukunft auf solche Funktionen freuen.