Ex-Bähnler Erfunden werden solche Systeme von Leuten mit ausgeprägtem Gärtli-Denken. In der Schweiz leider keine Seltenheit… Der ÖV rentiert nicht, also muss irgendwer das Defizit übernehmen. Weil man nicht für Fremde Geld ausgeben will, gründet man Tarifverbunde. Jeder für sich ist eine gute Idee. Nur kommen dann schrittweise neue Regeln, um gegen vermeintliche Missstände etwas zu unternehmen. Zonenbillette nur gültig ab letztem Halt, nur Z-Pass-Tickets im gesamten Gebiet etc. 100 kleine Regeln, die in der Summe bewirken, dass es den Leuten zu kompliziert wird. Es kann niemand sinnvoll erklären, weshalb ein einfaches Billett (Zonenbillett) von Basel SBB nach Münchenstein CHF 2.60 kostet, die Retourfahrt jedoch nicht CHF 5.20, sondern CHF 6.90. Die tarifische Erklärung ist “Retourfahrten gibt es nicht, das wird über Tageskarten abgedeckt und die gibt es nicht für einzelne Zonen”.
Wenigstens ist anscheinend genügend Geld vorhanden, dass jeder Verbund sich seine eigene App leisten kann. Der TNW kann sich sogar leisten, neben der Alliance SwissPass vorbei eine eigene Aboverwaltung inkl. App-Integration zu entwickeln. Und weil man das Abo dann halt doch auch auf dem SwissPass haben will, baut man noch eine Schnittstelle dazu.
Ich denke, da müsste die Politik von ganz oben eingreifen, aber das ist schwierig in unserem föderalistischen System.
Dazu passend eine Posse aus der Region: Gemeinde A hat einen Bahnhof an der Grenze zu Gemeinde B. Auf der noch nicht erschlossenen Rückseite soll es einen Veloweg geben, der hauptsächlich von Einwohnern von Gemeinde B benutzt werden wird. Dafür sind gewisse Umbauarbeiten am Bahnhof notwendig, für welche die SBB eine Kostenbeteiligung verlangt.
Fazit: Das Projekt steht seit über zehn Jahren still. Gemeinde A bezahlt nichts, nur damit Gemeinde B einen Veloweg hat und Gemeinde B bezahlt sicher keine Umbauarbeiten am Bahnhof, schliesslich steht der auf Land der Gemeinde A.