Worldofwebster Dein Post enthält einige Punkte, die einer genaueren Betrachtung nicht wirklich standhalten.
Zunächst zur Verspätungsthematik: Du hast recht, dass es gerade zur Stosszeit immer wieder zu Verspätungen kommen kann, aber das ist ein Problem, das alle Linien betrifft, nicht nur die DB-Züge. Die 6 Minuten Umsteigezeit in Zürich, die du erwähnst, reichen in Randzeiten gut aus, aber zur Stosszeit kann es tatsächlich knapp werden. Dieses Problem ist allerdings nicht spezifisch für Zürich oder die Verbindung Schaffhausen-Zürich, sondern ein bekanntes Phänomen an stark frequentierten Knotenpunkten.
Als täglicher Pendler erlebe ich das selbst in Dietikon, wo die fahrplanmässigen 4 Minuten Umsteigezeit oft genug sind, aber zur Stosszeit auch mal knapp werden können. Das ist leider Teil der Realität des Pendelns, und man kommt nicht darum herum, mit der Zeit Erfahrungswerte zu sammeln, um besser mit solchen Situationen umzugehen.
Als Autofahrer solltest du diese Erfahrungswerte ebenfalls kennen, wenn du beispielsweise im Berufsverkehr unterwegs bist. Auch hier kann es trotz Navi und eingeplanter Zeitpuffer immer wieder zu Verzögerungen kommen. Es ist einfach Teil der täglichen Mobilität, ob man nun mit dem Zug oder dem Auto unterwegs ist. Das muss man in der Planung berücksichtigen, anstatt es ausschliesslich als Mangel darzustellen.
Was das Rollmaterial betrifft, erwähnst du, dass die 1. Klasse ein “schlechter Witz” sei, da die Sitze identisch mit denen der 2. Klasse seien. Tatsächlich handelt es sich bei den DB-Zügen um dieselben Fahrzeuge, die auch von der SBB und BLS genutzt werden, nämlich den Stadler KISS. Diese sind bekannt für ihre hohe Qualität. Der Unterschied zur 1. Klasse besteht nicht nur in der Ausstattung der Sitze, sondern auch in zusätzlichen Annehmlichkeiten: In der 1. Klasse profitierst du von einer geringeren Belegung, grösseren Sitzabständen und Laptoptischen an jedem Platz, die in der 2. Klasse fehlen. Es mag sein, dass du diesen Mehrwert persönlich nicht als ausreichend empfindest, aber objektiv gesehen bietet die 1. Klasse durchaus signifikanten zusätzlichen Komfort.
Dein Punkt über den angeblich fehlenden Halbstundentakt nach 21 Uhr ist auch nicht korrekt. Tatsächlich gibt es zwischen 21 und 22 Uhr sehr wohl einen Halbstundentakt. Erst nach 22 Uhr wird auf einen Stundentakt umgestellt, was bei vielen Verbindungen im gesamten Land üblich ist. Dies als generelles Problem darzustellen, ist also nicht ganz fair.
Drittens kritisierst du den Bahnhof Schaffhausen scharf und wirfst der SBB vor, in die Infrastruktur dort nicht zu investieren. Gleichzeitig beklagst du dich, dass die Gelder vermutlich lieber in Zürich oder Winterthur ausgegeben werden. Auch wenn es nachvollziehbar ist, dass die Pendlerströme in grossen Städten mehr Aufmerksamkeit bekommen, lässt sich nicht leugnen, dass es in kleineren Städten wie Schaffhausen dennoch kontinuierliche Verbesserungen gibt. Infrastrukturelle Veränderungen dauern einfach oft länger als man sich das wünscht, und es ist zu erwarten, dass Schaffhausen in Zukunft ebenfalls profitieren wird.
Und dann ist da noch das Thema mit dem Auto: Du schreibst, dass du am Abend vermehrt auf das Auto umsteigst, wenn dir die Zugverbindungen nicht passen. Das ist natürlich dein gutes Recht, aber es zeigt auch, dass du dich in einer sehr komfortablen Situation befindest. Nicht jeder hat die Möglichkeit, einfach so aufs Auto umzusteigen – viele Pendler sind auf den Zug angewiesen und müssen sich arrangieren.
Insgesamt erscheint dein Beitrag eher emotional als sachlich, und einige deiner Kritikpunkte halten einem genaueren Faktencheck nicht stand. Vielleicht wäre es hilfreich, deine Erfahrungen noch einmal zu überdenken und die Dinge differenzierter zu betrachten.