Ich bin Niederländer und wohne in der Schweiz. Beruflich fahre ich zweimal pro Woche mit dem Zug von Luzern nach Zürich und zurück. Dafür habe ich mir vor etwa einem halben Jahr ein Halbtax Plus 3000 gekauft. Da ich mehrere tausend Franken in meine Reisekosten investiere, zeigt das, dass ich bereit bin, für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs zu zahlen. Normalerweise kaufe ich jeden Morgen ein Retourbillett für den jeweiligen Tag, an dem ich ins Büro in Zürich fahre.
Letzten Donnerstag hat es jedoch stark geregnet, und als ich mit dem Fahrrad am Bahnhof ankam, war ich vor allem damit beschäftigt, meine Regenhose und -jacke auszuziehen. Dabei habe ich vergessen, mein Ticket zu kaufen. Im Zug wurde kontrolliert, und ich merkte, dass ich mein Ticket nicht gekauft hatte. Ich entschuldigte mich sofort und erklärte, dass es mir sehr leid tut, aber ich es schlichtweg vergessen habe. Der Kontrolleur reagierte ganz gelassen und meinte: „Ah okay, dann machen wir doch jetzt ein Ticket für Sie.“
Ich war überrascht, da ich erwartet hatte, dass es strenge Regeln gibt, aber in diesem Moment schien das überhaupt nicht der Fall zu sein. Er scannte meinen SwissPass und fragte, ob meine Adresse noch korrekt sei, da die Rechnung für das Ticket per Post zugeschickt wird. Er druckte ein Ticket aus, auf dem die Hin- und Rückfahrt sowie der normale Preis, den ich immer zahle, angegeben waren.
Einige Tage später erhielt ich jedoch einen Brief von der SBB, und zu meiner Überraschung musste ich 117 CHF bezahlen: 27 CHF für das Ticket und 90 CHF als Busse. Online habe ich gelesen, dass der Kontrolleur in solchen Fällen immer ein Formular mit Informationen aushändigen muss. Meiner Meinung nach hätte er zumindest erwähnen können, dass eine Busse anfällt, anstatt den Eindruck zu erwecken, dass er einfach nur ein Ticket für mich erstellt und dann weitergeht.
Was denkt ihr darüber?