Hier der Artikel vom letzten Mittwoch im Tagi, der einen sprachlos zurücklässt:
Kein Name = kein Ticket
Sommer 2024: Nach einer Juratour stehen wir pünktlich, aber etwas erschöpft auf dem Perron in Biel. Der Intercity zurück nach Winterthur kommt in fünf Minuten. Die Velotageskarten haben wir schon am Morgen gelöst. Ich buche die beiden Tickets und die zwei obligatorischen Veloreservationen auf meinem Handy, damit es garantiert vor dem Einsteigen reicht.
Rund zwei Stunden später prüfen zwei Kontrolleure die Buchungen. Und stellen einen Makel fest: Ich habe vergessen, meine Begleiterin für das zweite Billett namentlich zu erwähnen. Das Ticket meiner Begleiterin wird also nicht akzeptiert. Der eine Kontrolleur stellt ihr stante pede eine Busse für 90 Franken aus und rechnet Ticketpreis und Reservation obendrauf. Meine Begleiterin weigert sich, die Busse zu unterschreiben – und die beiden weigern sich, mir das nicht akzeptierte Zusatzticket rückzuerstatten.
Wir steigen aus, da angekommen. Auf dem Perron in Winterthur werden wir sofort von zwei weiteren, herbeigerufenen SBB-Angestellten umringt. Meine Begleiterin wird nun unter Tränen genötigt, die Busse zu unterschreiben. Mein Protest wird unter Androhung rechtlicher Konsequenzen erstickt. Ein nicht namentlich gelöstes Ticket führt dazu, dass uns die SBB-Kontrolleure wie Schwerverbrecher behandeln. Am Schalter wird die Busse später um den Preis des von mir gelösten Tickets reduziert. Aber die Busse und der Eintrag ins SBB-Sündenregister bleiben. Thomas
Wir haben das auch gerade mit dem App versucht: Zugverbindung rausgesucht, den Partner ebenfalls angegeben, dann nach unten scrollen und ankreuzen, dass man nur die Reservation benötigt (2 Tickets). Resultat: Beide Reservationen werden auf meinen Namen ausgestellt(!). Somit müssen nun auch wir befürchten, einen Zuschlag von 100 Franken zahlen zu müssen und von der Bahnpolizei belästigt zu werden?
Fragen:
- Warum stellt das App beide Tickets auf mich aus, obwohl ich ausdrücklich auch meine Frau als Mitpassagierin angegeben habe?
- Die App ermöglicht es, dass ein Pfadileiter gleich alle Reservationen für seine klein Gruppe macht (und, wie wir nun wissen, steht dann überall der Name des Pfadileiters drauf. Warum sollen als Folge alle beteiligten Pafdi-Kinder dafür je 100 Franken Strafe zahlen?
- Es wäre schön, zum Tagi-Artikel (der Autor müsste doch seine Strafe zurückerhalten, oder?) und zu meinen Fragen neben der Meinung des Forums auch die Meinung der offiziellen SBB zu hören. (besonders auch zum skandalösen Verhalten der Kontrolleure inklusive Bahnpolizei).
Viele Grüsse, Jodok
Zusatzfrage 1: Muss eigentlich auf der Velo-Tageskarte auch der Name des Veloinhabers stehen, oder ist die Velotageskarte unpersönlich?
Zusatzfrage 2: Könnte man in der Not geltend machen man habe halt zwei Velos dabei und habe somit zwei Tageskarten und zwei Reservationen gelöst?